In diesem Beitrag haben wir einige Tipps zu interessanten Ausflugszielen für daheimgebliebene Urlauber zusammengestellt.

Wohin, wenn man sich entschieden hat, seinen Urlaub zu Hause zu verbringen, um den stressigen Autofahrten und stundenlangen Staus auf den Autobahnen zu entgehen? Auch eine Flugreise ist nicht für jedermann erschwinglich. Warum es sich also nicht zu Hause schön machen? Die Stadt Auerbach und die umliegenden Gemeinden haben da reichlich Abwechslung und Möglichkeiten zu bieten und vor allem viele Rückzugsorte, um sich vom Alltagsstress zu erholen....

Urlaub auf Balkonien - aber nicht mit mir! Dann suchen sie sich doch ein bisschen Abwechslung. Sie glauben das gibt es bei uns nicht? Dann lassen sie sich mal inspirieren. Hier sind einige Ideen, wie man auch zu Hause vor der Haustür in Urlaubsstimmung kommt!

Einfach mal runter kommen und die Seele baumeln lassen, das kann man ganz besonders in den Wäldern und auf den Wiesen mit grandioser Aussicht in der hügeligen, felsigen Natur rund um Auerbach. Es gibt viele magische Orte, die man besuchen kann. Auch Spannung und Spaß kommen in unserer Region ganz gewiss nicht zu kurz.

Naturbäder ausprobieren...

Wer nicht ganz so weit fahren möchte, findet gleich im Naturbad Königstein oder im Pottensteiner Felsenbad Erholung.


Naturbad Königstein. Foto: Verwaltungsgemeinschaft Königstein


Das Naturbad in Königstein mit seinem natürlichen Quellwasser lädt an heißen Tagen zum Abkühlen ein. Die Kleinsten begeistert eine Stein -und Wasserlandschaft zum Spielen und Planschen. Wer etwas länger bleiben will, kann hier auf dem Zeltplatz sein Lager aufschlagen oder in einer Hütte übernachten. Infos gibt es auf der homepage www.marktwerke-koenigstein.de.


Felsenbad Pottenstein. Foto: Felsenbad Pottenstein


In Pottenstein hat man das Gefühl als würde man gerade in einer anderen Zeit Urlaub machen - das türkisblaue frische Wasser am Felsen erweckt den Eindruck einer Lagune und wirkt mit dem im Jugendstil gebauten Bad ganz besonders. In einem der schönsten Biergärten kann man das einzigartige Ambiente genießen. Mal was Anderes! Eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Freibädern. Informationen findet man auf der homepage www.felsenbad-pottenstein.info und bitte besonders die Öffnungszeiten beachten.

Spaß und Nervenkitzel garantiert!

Zusätzlich lockt die unmittelbare Umgebung der Bäder mit Attraktionen, für die man am besten mal einen ganzen Tag einplanen sollte. So ist in Pottenstein der neu 123 Meter hohe "Skywalk" mit seinem atemberaubenden Ausblick, ein einmaliges Erlebnis. Erst im Juli ist direkt daneben der neue "Hexenbesen" eröffnet worden. Ein neuer Waldwipfelpfad und die Attraktionen befinden sich an der altbekannten Sommerrodelbahn, das neue Rodelmekka lässt nun keine W ünsche mehr offen! Nervenkitzel und Spaß garantiert! Infos unter www.sommerrodelbahnen-pottenstein.de


Der neue "Hexenbesen" und der "Skywalk" garantieren für Spaß und einen grandiosen Ausblick! Foto Barbara Schuster


Das Hirschbachtal bietet viele Möglichkeiten!

Wem ein Tagesausflug zu kurz ist und wer ein paar Tage bei sich selbst ankommen möchte und nach einer ernsthaften Herausforderung sucht, und dabei noch etwas Lernen will, kann sich bei der Ski- und Bergschule im etwa 25 Minuten entfernten Hirschbach auch mal mehrere Tage einfach ausklinken.


Mit Alexander Förster kann man sich an den Fels wagen! Foto Barbara Schuster


Hier wurde ein kompetentes Erlebniscenter aufgebaut, das Kinder schon sehr früh und Erwachsene an das Klettern am Natursteinfelsen heranführt. Hier werden aus ganz Deutschland Kletterführer, Lehrer und Pädagogen ausgebildet. Das Berg- und Skiteam Jura Alpin bietet aber zusätzlich eine ganze Palette an Freizeitangeboten im fernab vom Massentourismus gelegenen Hirschbach in der Oberpfalz. Der Jurafels ist deutschlandweit der größte Klettergarten und bietet einmalige Kletterrouten wie den "Höhenglücksteig" und reizvolle Wanderwege. "Wenn man fünf Tage Urlaub macht, wird es bei uns nicht langweilig". Das Erlebniscenter Jura Alpin mit dem angrenzenden Freibad und einem Outdoordorf zum Übernachten, sowie Ein-, Doppel- und Mehrfachzimmern mit eigenem Bad und WC bietet allen Altersklassen und Familien eine aufregende Zeit. Klettersteige an natürlichem Fels sind methodisch aufgebaut und deshalb besonders für die kleinen Kinder von sechs bis acht Jahren und Familien geeignet. Wer selbst nicht klettern möchte, sondern seiner Familie beim Klettern lieber zuschaut, kann seine Lieben auf vorhandenen Gehwegen an einigen Kletterrouten begleiten. So heißt eine Route zum Beispiel "Kapitän Blaubär". Für mehrtägige Übernachtungen und Veranstaltungen, wie Kletter- und Abenteuercamps für Jugendliche, sowie Erlebnisausflüge werden Termine angeboten, die man buchen kann. Der Individualität sind dabei keine Grenzen gesetzt, wenn man sich im Voraus informiert und anmeldet. Die erfahrenen Lehrer und Pädagogen kümmern sich in Ferienfreizeiten mit Spaß und Engagement um ihre Gäste und sorgen für spannende Abenteuer. Wie zum Beispiel geführte Höhlentouren durch zahlreiche Höhlen, bei der die erfahrenen Führer des Berg- und Skiteams Jura Alpin ein gefahrloses Begehen möglich machen.
Ein wirklich tolles Programm ist beim Bogenschießen geboten, die Ausrüstung für alle Aktivitäten können im Erlebniscenter ausgeliehen werden. Hier kann man einen oder mehrere Tage voller Aktion erleben! Es lohnt sich Informationen zu Übernachtungspreisen, Ausstattung und Terminen auf der homepage: www.berg-skiteam.de einzuholen. Das lässt Urlaubsstimmung aufkommen!



Das Klettern an natürlichem Fels lernen die Kids gefahrlos und mit ausgebildeten Lehrern des Berg- und Skiteam Jura Alpin beim Erlebniscenter in Hirschbach. Foto von Berg- und Skiteam jura alpin

Für einen Tagesausflug lohnt sich ein Tag beim Landgasthof zum Elsabauern bei Königstein. Hier kann man den 3D Bogenparkour ausprobieren. Verschiedene Stationen mit Tieratrappen laden zum Spaß haben rund um den Geierfels und im ruhigen Mischwald des Elsaberg ein. Der Gasthof in Pruppach bei Königstein ist Anlaufstelle für diesen Parkour. Informationen bietet die homepage: www.elsabauer.de.

Eine Bootfahrt die ist lustig eine Bootfahrt die ist schön.....

Wer mal einen ganzen Tag auf dem Wasser zubringen möchte und die Seele baumeln lassen möchte, ist in Königstein bei Toms Kanuverleih & Bogensport genau richtig. Familien oder Gruppen können bei Tom Kanus bestellen, um damit die schönsten Abschnitte der Pegnitz zu befahren und sicherlich einen spannenden Tag zu erleben.


Anfänger so wie Fortgeschrittene können sich bei Tom Kanus ausleihen. Die Strecke ist besonders gut für Kinder geeignet. Foto Barbara Schuster

Idyllische Naturlandschaft wechselt sich mit flotten Strömungen und engen Kurven ab. Wer mal einen ganzen Tag lang auf dem Wasser verbringen möchte, kann sich bei Tom ein Kanu leihen und auf geht's. Die Tagestour dauert ohne Pausen etwa vier bis fünf Stunden. Von Auerbach aus dauert die Fahrt zum Kanu- und Kajakverleih etwa 30 min. Aktuell ist der Einstieg, wegen niedrigem Wasserpegel bei Artelshofen. Zwischen 10.00 und 11.30 Uhr kann man dort mit einem oder mehreren Kanus üblicherweise von Güntherstal in Richtung Eschenbach über Artelshofen und Düsselbach paddeln. Auch hier kann man mit Tom jederzeit alternative Routen planen. Für die Fahrer wird ein Shuttleservice zum Auto zurück angeboten. Für das leibliche Wohl sorgen mehrere Gaststätten nahe dem Flussufer, die man ansteuern kann. Für so eine Kanutour braucht man ganz schön viel Ausrüstung: wasserdichte Packsäcke, Schwimmwesten und Paddel werden vor Ort ausgeliehen. Außerdem erhält man natürlich eine kurze, hilfreiche Einweisung. Dann geht es auch schon los. Ein richtiges Abenteuer für die ganze Familie. Informationen findet man auf der homepage von Tom: www.kanutom.com


Auf der Pegnitz kann man die schönsten Abschnitte befahren und die idyllische Landschaften geniessen - zu zweit, allein oder in Gruppen. Foto Kanutom

Im Hirschbachtal findet man außerdem hervorragende Gasthäuser und Restaurants die sehr zu empfehlen sind, wie zum Beispiel das Gasthaus "Zum Goldenen Stern", in Kirchenreinbach. www.gasthaus-gloeckner.de

Badesee...

Wer an heißen Tagen Abkühlung sucht und auf einen Badeurlaub nicht verzichten will, fährt noch ein Stück weiter. Der Happurger Baggersee ist mit dem Auto in etwa 30 Minuten zu erreichen und lädt bei heißen Temperaturen zum Ausruhen am schattigen, idyllischen Ufer oder zum Planschen am Kieselstrand mit Holzsteg ein. Die Wasserqualität wird hier überprüft und ist ausgezeichnet. Auch Sonnenanbeter kommen hier nicht zu kurz. Das bewachsene Gelände lässt Privatatmosphäre besonders am Morgen zu.


Der Happurger Baggersee mit Steg und Kiesstrand verspricht Abkühlung an heißen Tagen. Foto Barbara Schuster

Hier lässt sich in herrlichster Natur ein Tag am See verbringen. Das Restaurant mit Seeterrasse lädt zum Verweilen ein und sorgt für das leibliche Wohl. Die ausgezeichnete Wasserqualität spricht für sich. Wer es trotzdem sportlich mag, kann auf dem nahe gelegenen Happurger Stausee Surfen oder "Stand up paddeln", Angeln oder eine Walking-Tour um den See starten. Infos zum See und zur Gastronomie gibt es im Internet www.seen.de oder www.seeterassen.com

Die Umgebung erkunden und eigene unvergessliche Augenblicke einfangen....

Einfach mal ein romantisches Picknick auf dem Kalvarienberg festhalten! Foto Barbara Schuster

Aber man muss gar nicht so weit in die Ferne schweifen, denn Rund um Auerbach gibt es zahlreiche Möglichkeiten um einzigartige Momente zu erleben und festzuhalten. Einfach mal das Handy oder den Fotoapparat einpacken und los geht’s. Ein abendliches Picknick beim Aussichtsturm auf 643 m Höhe auf dem Kalvarienberg bei Thurndorf ist ein wunderbares Erlebnis und erfordert nur etwas Fantasie und Eigeninitiative. Ob mit dem Cabrio oder dem Fahrrad ist der eindrucksvolle Ort schnell zu erreichen. Beim Sonnenaufgang oder beim Untergang hat man einen grandiosen, ungestörten Rundumblick auf unsere Heimat. Bei einem Glas Wein oder einem Picknick lässt sich hier auf die schnelle ein großartiges Erlebnis schaffen. Besonders die Aussicht auf diesem Aussichtsturm ist spektakulär, denn die Plattform ist nicht überdacht und lässt so den freien Blick in den Himmel zu. Gänsehautfeeling und Romantik garantiert!


Wer den Aussichtsturm auf dem Kalvarienberg bei Thurndorf in 643 Meter Höhe besucht wird belohnt! Foto Barbara Schuster
Auf eigne Faust...

Wem das alles zu langweilig ist, kann sich ja mal mit der "Höhle ohne Namen" in Steinamwasser auseinandersetzen. Grundsätzlich sollte diese eigenartige Höhle beim Gasthaus "Zur frischen Quelle" nur mit einem erfahrenen Höhlenführer begangen werden. Die Wirtin Maria Götz hält interessante Informationen bereit, die weiterhelfen können. Der Eingang befindet sich auf dem Grundstück der Familie Götz, bei der ein Anmelden unerlässlich ist.


Eingang zur "Höhle ohne Namen" bei der Familie Götz in Steinamwasser. Foto Barbara Schuster

Ein kleiner Obulus für den Eintritt und der Eintrag ins Gästebuch sind Pflicht. Übrigens gibt es bereits etwa fünf bis sechs Gästebücher, die über die Mutigen aus ganz Deutschland in der "Höhle ohne Namen" berichten. Oft in Geheimsprache natürlich, mit seltsamen Namen der Höhlenforscher. Das könnte ein kleines Abenteuer mit Freunden oder der Familie werden!


Wer wohl diese Höhlenforscher sind? Eintrag im Gästebuch bei Familie Götz in Steinamwasser. Foto Barbara Schuster

Eine Höhlenausrüstung, wie Licht, und alte Kleidung sowie natürlich feste Schuhe sind in der feuchten Höhle unerlässlich! Und bitte unbedingt Platzangst ernst nehmen, denn es gibt nur einen Eingang und das Höhlensystem ist weit verzweigt und stellenweise nur durch Kriechen begehbar! Klingt aufregend? Dann einfach ins Abenteuer stürzen, einen Höhlenführer finden und beauftragen und sich bei Familie Götz anmelden! Mit ein bisschen Forschergeist lässt sich einiges über die "Höhle ohne Namen" herausfinden!

Das sind nur einige der unerschöpflichen Möglichkeiten für "Urlaub auf Balkonien". Den Balkon muss man nur kurz verlassen, um die Heimat zu erforschen, die Seele baumeln zu lassen, sich herauszufordern oder einfach Spaß und Spannung zu erleben, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Auf geht’s! Wir wünschen schöne Ferien, bestes Wetter und einen unvergesslichen Urlaub zu Hause!





Redaktion: Barbara Schuster

Tiere, Aktivitäten und jede Menge Informationen gibt es auf dem Erlebnisbauernhof von Nicole und Gerhard Lindner in Welluck. Das Programm ist ideal für kleinere Kinder und für Schulklassen. Auch Erwachsene erfahren viel Neues.


Auf dem Wellucker Erlebnisbauernhof dürfen die Kinder beim Tränken der Kälber helfen. Foto: Brigitte Grüner


Lernen funktioniert am besten in der Praxis. Am Erlebnishof, der an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen den Auerbacher Ortsteilen Welluck und Sand liegt, haben kleine und große Gäste viel Gelegenheit dazu.


Mit Erlebnisbäuerin Nicole Lindner füttern die Kinder die Hühner. Foto: Brigitte Grüner
VOM GRAS ZUR MILCH – VON DER MILCH ZUR BUTTER

Der Lindner-Hof ist ein Milcherzeuger-Betrieb. Vor sechs Jahren wurde ein moderner Laufstall für die Tiere gebaut. Kein Wunder, dass sich auf dem Erlebnishof fast alles um das Thema "Milchvieh" dreht. Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn die Besucher selbst melken dürfen. Kindern gelingt dies oft schneller als den erwachsenen Begleitpersonen. Ein weiteres Aha-Erlebnis haben viele Gäste, wenn sie die frische Milch trinken. "Die ist ja warm", heißt es dann häufig. Milch kennen die meisten Menschen heutzutage nur noch aus dem Kühlregal im Supermarkt. Gerhard Lindner, der seine Frau bei der Betreuung der Gruppen und Klassen unterstützt, erklärt viel Interessantes rund um die Aufzucht der Kühe.


Kinder sind erfinderisch: Im alten Hühnerhof denken sie sich das Spiel "nicht den Boden berühren!" aus und hüpfen in den vom Federvieh gegrabenen Löchern. Foto: Brigitte Grüner


Anfangs sei er etwas skeptisch gewesen, sagt er. Inzwischen sei er vom Programm "Erlebnishof" überzeugt. Gerade für die Öffentlichkeitsarbeit seien die Führungen auf dem Hof sehr wichtig. Kinder werden vertraut mit der heimischen Landwirtschaft. Was auf den ersten Blick für viele Menschen wie Massentierhaltung aussieht, relativiere sich schnell, wenn sie sich hinter den Kulissen umsehen. Interessant finden besonders die jüngsten Besucher immer den "Wellness-Bereich" für Kühe, deren Kalb in Kürze erwartet wird.


Auf dem Erlebnisbauernhof macht sogar die Arbeit Spaß: Emma füttert hier die Kälber. Foto: Brigitte Grüner
GEBURT EINES KALBS WÄRE FÜR DIE KINDER EIN HÖHEPUNKT

Eine Geburt möchten viele Kinder nur zu gerne miterleben. "Manche wollen gar nicht mehr heimgehen, wenn sie erfahren, dass eine Kuh bald kalben wird", lacht Nicole Lindner. Doch nicht nur Kühe leben auf dem Wellucker Hof. Es gibt auch Schweine, Hasen, Hühner, Enten und Gänse und natürlich Katzen. Ein paar Schafe oder Ziegen möchte die Bäuerin ebenfalls noch anschaffen.


Katze Susi lässt sich am liebsten von Lea Lindner nehmen. Foto: Brigitte Grüner


Die Reaktionen der jungen Besucher auf einen Bauernhof sind oft unterschiedlich. Es gab schon Kinder, die sich neben ein Ferkel oder ein Kalb in’s Stroh legten. Andererseits waren auch schon Kinder zu Gast, die ständig sagten "Iih, hier stinkt’s", sich nicht schmutzig machen durften und deshalb weit weniger erleben konnten wie ihre Freunde oder Klassenkameraden. Es gibt Kinder, die fragen dem Ehepaar Lindner die berühmten Löcher in den Bauch und sind dankbar für jede neue Information und jede neue Erfahrung im Umgang mit Tieren. "Das Positive überwiegt eindeutig", sagt Nicole Lindner.


Begeistert helfen die Mädchen und Jungen mit Schaufel und Besen bei der Stallarbeit. Foto: Brigitte Grüner
WIEVIEL LITER MILCH LEGT EINE KUH?

Es gibt Kinder, die kennen sich schon gut mit der heimischen Landwirtschaft aus. Aber die Familie hat auch schon andere Beispiele erlebt. Während eines Kindergeburtstags habe ein Kind nachgefragt, wie viele Liter Milch eine Kuh denn täglich legen kann, erzählt Nicole Lindner schmunzelnd. Auch nach einer lila Kuh wurde bereits gefragt.


"Darf ich mal anfassen?" – Auch die Küken bekommen an diesem Tag Streicheleinheiten. Foto: Brigitte Grüner


Ein Projekt, das Gerhard Lindner am Herzen liegt, wäre eine ganzjährige Feldbewirtschaftung durch eine Schulklasse. Wer selbst etwas ansät, auf Regen hofft, mit Gülle düngt, Unkraut zupfen oder Kartoffelkäfer absammeln muss, habe einen ganz anderen Blick für die Landwirtschaft und ihre vielfältigen Aufgaben und Probleme. "Learning by doing" nennt das der Landwirt, der gerne ein Feld für ein solches Projekt zur Verfügung stellen würde. Gerade bei Jugendlichen könne man noch das Bewusstsein für heimische Lebensmittel schärfen.



Wenn Kinder und Jugendliche einen Erlebnisbauernhof besuchen, kann der Klassenausflug über das Landwirtschaftsamt gefördert werden. Eine lukrative Einnahmequelle sind die Besuche für die Landwirtsfamilie dennoch nicht. Es gehe nur darum, dass der zeitliche Aufwand nicht umsonst ist und dass die Kosten für zusätzliche Versicherungen amortisiert werden, meint Gerhard Lindner.


Arbeit macht hungrig. Beim Ausbuttern helfen alle Kinder mit und schütteln den Rahm, bis er streichbar wird. Foto: Brigitte Grüner
AUSBILDUNG

Nicole Lindner ist qualifizierte Erlebnisbäuerin. Die entsprechende Urkunde verlieh ihr der damalige Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im November 2014 in München. Der Weg zur Erlebnisbäuerin dauerte ein Jahr. Angefangen hatte es mit einer Informationsveranstaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALE) in Amberg. Das ALE wollte weitere Höfe auch im Norden des Landkreises für dieses Programm gewinnen. Die Bäuerin aus Welluck nahm zunächst an einem zweitägigen Kurs teil und entschied sich danach, die komplette Qualifizierung zu machen. Meist war eine Übernachtung notwendig, da die einzelnen Module komprimiert über zwei Tage stattfanden. Dabei war Nicole Lindner unter anderem in den Seminarhäusern Triesdorf und Petersberg, auf einer Lehrfahrt zu einem Schulbauernhof sowie zur fachlichen Information bei bestehenden Erlebnishöfen. Unter anderem wurden ein Brothof, ein Kürbishof, ein Hof mit Ziegenhaltung und ein Käseseminar besucht. Zur Qualifizierung gehörte auch eine Abschlussprüfung. Dazu wurde eine Grundschulklasse aus Königstein eingeladen. Unter den kritischen Augen von zwei Prüferinnen erlebten die Kinder das Programm "Mit der Kuh auf Du und Du", das nach einem vorab geschriebenen Drehbuch durchgeführt werden musste.


Im November 2014 wurde Nicole Lindner vom damaligen Bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zur "qualifizierten Erlebnisbäuerin" ernannt. Foto: Ulla Baumgart/StMELF
HOFLADEN ERGÄNZT BALD DAS ANGEBOT VOM ERLEBNISHOF LINDNER

Die engagierte Bäuerin hat schon wieder neue Pläne. Die Familie ist gerade dabei, einen Nebenraum auf dem Anwesen zu einem Hofladen umzugestalten. Dort werden nicht ausschließlich eigene Produkte verkauft. Vielmehr möchte Nicole Lindner regional erzeugte Produkte anderer Höfe oder Genossenschaften vertreiben. Dazu gehört leckerer Käse von einer Molkerei-Genossenschaft am Tegernsee und aus eigenen Eiern hergestellte Nudeln. Auch Fleisch und Eier von eigenen Tieren sollen angeboten werden. Ebenso möchte sie das Sortiment auf heimisches Obst und Gemüse, Butter, Honig und Marmelade aus eigener Herstellung ausweiten.

ANMELDUNG PER TELEFON ODER EMAIL MÖGLICH

Schneller als die Einrichtung eines Hofladens geht ein erlebnis- und abwechslungsreicher Nachmittag auf dem Bauernhof. Drei Stunden sollten interessierte Kindergruppen oder Schulklassen schon einplanen, wenn sie den Erlebnishof besuchen wollen. Gerne richtet Nicole Lindner auch Kindergeburtstage aus. Die Teilnehmer erfahren nicht nur viel über das Arbeiten und die Tiere auf dem Hof, sondern werden auch bewirtet und können sich auf einer Strohburg austoben. Das Interesse an Kindergeburtstagen auf einem Erlebnisbauernhof nimmt zu. Durch Mundpropaganda kommen auch Familien aus dem weiteren Umkreis nach Welluck.
Eine Anmeldung und Terminabsprache ist möglich bei Familie Lindner unter Telefon (09643) 916078 oder per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.





Redation: Brigitte Grüner

Mode aus Italien und Paris im Auerbacher Modehaus Rupprecht: die Gründerin Marie Rupprecht, bei manch älteren Auerbachern besser als „Strickerl Marie“ bekannt, hätte sicherlich ihre reinste Freude daran. Vor fast 100 Jahren setzte sie 1927 mit Ehemann Hans ihre Geschäftsidee um und zog mit dem Huckelkorb über die Dörfer, um ihre Waren anzubieten. Daraus entwickelte sich ein Laden, der mittlerweile nicht nur in Auerbach, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus eine hohe Akzeptanz erfährt.

Gespür fürs Modisches

Eva-Maria Lindenberger-Kaufmann, Inhaberin mit BWL-Studium, führt ihr Geschäft heute mit Marktkenntnis und modischem Gespür. Immer am Puls der Zeit und mit der Nase im Wind setzt Eva-Maria ihre Vorstellungen von einem aktuellen, modischen, an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden orientiertem Sortiment überzeugend um. "Wir wollen in Bewegung bleiben, Neues ausprobieren und uns an den schnellen Veränderungen des Marktes orientieren" ist das Credo der jungen Frau. Zur Seite stehen ihr seit der Übernahme 2012 nach wie vor die Eltern Irmgard und Alfred. Besucht man das Geschäft in der Pfarrstraße 24, wird man nicht nur mit topaktueller und vielseitiger Mode empfangen. Die Kundinnen schlendern durch den Laden und informieren sich ungezwungen bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Sekt über modische Trends und Neuigkeiten.


"Pronta Moda" in trendiger Vielfalt

Die gibt es regelmäßig und die Freude, mit der die junge Chefin die Sortimentsauswahl trifft, ist spürbar. Alle zwei bis drei Wochen fährt die Inhaberin nach München und wählt persönlich aus dem Angebot der "Pronta Moda"-Anbieter aus. Diese "schnelle Mode" setzt neue Trends sofort um und kann handverlesen in Auerbach präsentiert werden. Individualität und Aktualität, gepaart mit kompetenter und aufmerksamer Beratung, einem einladenden Ambiente das ist das "Modehaus Rupprecht"-Erfolgsrezept. "Es ist wichtg, immer etwas Neues auszuprobieren", davon ist die Juniorchefin überzeugt. Die Firmenphilosophie "Wir sind zwar klein, jedoch persönlich, individuell und besonders" steht für die Haltung dieses inhaberinnengeführten Modehauses.

Individualität und Abwechslung

Ganz vorne bei den Kundenwünschen liegen Jugendlichkeit, Individualität und ein abwechslungsreiches Sortiment. "Modern ist, was gefällt. Heute gibt es keine Altersbegrenzung mehr für Mode. Die Frau von heute, ob 25 oder 75, trägt modische Farben, ist stilbewusst und legt Wert auf Neuigkeiten und Accessoires." Für die Geschäfsführerin sind sie das Tüpfelchen auf dem i, das nicht fehlen darf. Es lohnt sich immer, in den großzügigen Räumlichkeiten nach dem ultimativen Schal oder der farblich passenden Kette zu schauen, die die eigene Garderobe perfekt ergänzen. Gelegenheiten dazu gibt es viele: ob in der alljährlichen Modeschau im Oktober, den viermal im Jahr stattfindenden Auerbacher Markttagen oder bei den saisonalen Aktionen. Auch die Herren der Schöpfung lassen sich fachkundig und stilsicher beraten, sei es für Pullis, Hemden, Hosen oder Jeans. Kunden und Kundinnen schätzen dabei auch den Auswahlservice für Zuhause, den sie gerne in Anspruch nehmen.


Modefamilie mit Leidenschaft

Während Eva-Maria auf Messen, in Fachmedien und im Dialog mit Kollegen nach Neuigkeiten Ausschau hält, kümmern sich die Seniorchefs mittlerweile auch mit Hingabe um die zwei Enkel oder genießen ihr grünes Gartenparadies. Danach trifft sich die Familie wieder, um sich übers Geschäft, modische Trends und neue Pläne auszutauschen. Es ist eine leidenschaftliche Modemission, die bereits seit vier Generationen gepflegt wird.



Text und Fotos: Gisela Leinberger© für den Gewerbeverein Auerbach „Attraktives Auerbach“

Wenn Georg und Christoph Roßbacher in ihrer Verkaufshalle zwischen all den blühenden Saisonpflanzen stehen und über die Vorzüge von Bienenpflanzen für Mensch und Tier philosophieren, wird sofort klar, dass hier Gärtner mit Herz am Werk sind.


Bereits in der dritten Generation bietet der Familienbetrieb seinen Kunden "schöne und starke Pflanzen", die Familie Roßbacher gemeinsam mit ihren zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst kultivieren. Gisela Roßbacher kümmert sich um Büro und Floristik, Vater und Sohn leiten die Gärtnerei und den Garten- und Landschaftsbau. Angefangen hat alles mit Großvater Paul, der den Betrieb 1950 mit Gemüsepflanzen gründete. Vater Georg führte 1979 Zierpflanzen ein und Sohn Christoph erneuert und erweitert den Familienbetrieb seit 2007 kontinuierlich und ist auch für den Garten- und Landschaftsbau verantwortlich. Qualität, Nachhaltigkeit, Vielfalt

Der Familienbetrieb bietet Produktion und Verkauf aus einer Hand vor Ort und verzichtet komplett auf Großhandelsware. Die leidenschaftlichen Gärtner legen dabei großen Wert auf Qualitätsware, nachhaltige und umweltschonende Pflanzenproduktion und das Aufgreifen neuer Trends. "Wir lieben das Gärtnern rund ums Jahr", so Juniorchef Christoph. "Die Kombinaton von Gärtnerei und Garten- und Landschaftsbau macht das möglich". So kann der Gartenliebhaber in jeder Saison neben den Klassikern wie Geranie, Petunie & Co. auch immer wieder neue Pflanzen und Sorten entdecken.

Zusätzlich zur 1000 qm großen Verkaufshalle mit Saisonblühern und Musterbepflanzungen kultiviert der Betrieb Zier- und Gemüsepflanzen auf knapp 4000 qm Kultur- und Hochglasflächen. Für die Blütenpracht im Haus bietet die Floristikabteilung eine große Auswahl von überwiegend aus Fair Trade-Handel stammenden Schnittblumen und Zimmerpflanzen. "Uns ist wichtg, dass die Lohn- und Arbeitsbedingungen in anderen Ländern fair sind", so Seniorchef Georg.


Eigene torfreduzierte Erdmischung und natürlicher Pflanzenschutz

Jungpflanzen kauft die Gärtnerei bei deutschen Mutterpflanzenunternehmen und kultiviert sie mit ihrer eigens entwickelten Erdmischung. "Gute Erde ist wichtg, sie ist die Grundlage für eine gesunde und schöne Pflanze", so das Credo der grünen Profis. Die Verwendung von torfreduzierter Erde versteht sich im Sinne der Umweltschonung von selbst.
Bei den Zierpfanzen verwenden die Gärtner wenig Chemie, bei Gemüse und Bio-Kräutern wird komplett darauf verzichtet. Statdessen übernehmen Nützlinge wie Schlupfwespen, Florfliegen und Raubmilben die Schädlingsbekämpfung. Natürlicher Pflanzenschutz mit Mitteln wie Alsa, einem auf Knoblauch basierenden Mittel, sorgt im Gießwasser für 60 bis 70% weniger Läusebefall.

Fachkundige Beratung, Gemüse und Urban Gardening

Heute legen Kunden Wert auf saubere und schöne Pflanzen, eine attraktive Präsentation und fachlich kompetente Beratung. Bei der jungen Generation der 20-Jährigen beobachten Georg und Christoph Roßbacher ein wachsendes Interesse an Kräutern und Hochbeeten.

Gesunde Pflanzenernährung und Urban Gardening stehen auch in Auerbach hoch im Kurs. "Sie haben Chemie in Lebensmitteln und Betonwüsten satt und interessieren sich dafür, was man selber anbauen kann. Der Trend des Urban Gardening ist Ausdruck dieses wieder entdeckten Interesses an natürlicher, gesunder Ernährung." Dabei bevorzugen die Gärtner veredelte, widerstandsfähigere Sorten, die einen besseren Ertrag liefern.
Es ist ein Paradies für Gemüsegärtner, bei dem man aus einer Vielzahl an Paprika, Chilis, Wassermelonen, Tomaten, Auberginen, Gurken, Andenbeeren und einem breiten Bio-Kräuterangebot auswählen kann. Allein die 16 Sorten Tomaten von der kleinen Kirschtomate bis zum großen "Ochsenherz" lässt das Herz aller Gemüsefans höher schlagen.

Bienenpflanzen liegen im Trend

Eine Herzensangelegenheit sind den zwei Ziergärtnern Bienenpflanzen, die den Bienen wichtige Nahrung liefern. Und so wird das Gärtner-Duo nicht müde, seinen Kundinnen und Kunden Goldlack, Gänsekresse und eine große Vielzahl weiterer Pflanzen mit ungefüllten Blüten zu empfehlen. Bei den Sträuchern sind Kornelkirsche, Salweide und der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch rund ums Jahr eine attraktive Bienenweide. Ihr Engagement für die Natur und das solide Handwerk mag auch der Grund dafür sein, dass die Gärtnerei Roßbacher bereits zweimal als Taufgärtnerei für die "Pflanze des Jahres" ausgewählt wurde. Letztmals 2018 für die Ringelblume, die ebenfalls über alle Eigenschafen verfügt, die eine gute Bienenpflanze auszeichnet.

Gärtner-Tipp 1 – Trendige Zimmerpflanzen in weiß und lila

In der Floristik stehen derzeit alle Zeichen auf weiß und lila. Elegant und feierlich kommen Schnittblumen und Zimmerpfanzen-Klassiker wie Orchideen und Flamingoblume daher. Weihnachtsstern, flammendes Käthchen und pfegeleichte Sukkulenten sind als Kundenlieblinge die Dauerbrenner.

Gärtner-Tipp 2 - Mulchen

Plastkfolien und Plastkvlies ersticken Boden- und Mikroorganismen, da kein Luftaustausch mehr möglich ist. Viel gesünder und naturverträglicher ist Rindenmulch mit seinem würzigen Waldduft.

Gärtner-Tipp 3 – "Ochsenherz"-Tomate

"Ochsenherz"-Tomaten sollten – im Gegensatz zu allen anderen Tomaten – grün geerntet werden, dann wird das Aroma besser. Außerdem ist es "die beste Tomate zum Grillen und Füllen: mit Schafskäse, Gemüse, Hackfleisch, Quinoa"

Gärtner-Tipp 4 – Trixis: Ein Topf, drei Pflanzen

Die sogenannten "Trixis" sind in diesem Jahr der absolute Rossbacher-Renner. Mit ihrem "Ein Topf, drei Pflanzen"-Prinzip sind sie ein farbenfroher Hingucker, der vor Kraft strotzt und zudem weniger kostet als drei Einzelpflanzen. Die Wahl fällt nicht immer leicht zwischen Goldmarie, Schneeflöckchen und der Mini-Petunie "Zauberglöckchen", einer Verbene, Männertreu, Geranien und einer trendigen "Schwarzäugigen Susanne" in rosa oder weiß.

Gärtner-Tipp 5 – Blumenpracht für Eingangstür & Terrassen

Der Trend geht weg von der klassischen Balkonbepflanzung. Stattdessen schmückt man seine Eingangstür oder die Terrasse mit bunten Blumentöpfen und integriert auch Ampeln in die vertikale Gestaltung.



Text und Fotos: Gisela Leinberger© für den Gewerbeverein Auerbach „Attraktives Auerbach“

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